Flüchtlinge auf die einsame Insel (4.11.2019)

In Banlgadesch gibt es Tausende Rohingya-Flüchtlinge. Bangladesch will diese Menschen nun auf eine entlegene Insel umsiedeln. Der Haken: Diese Insel wird bei Stürmen überflutet.

Rohingya sind eine Menschengruppe, die gewaltsam aus Burma vertrieben worden sind, flüchten mussten und nun nach neuer Sicherheit suchen. Bangladesch ist als Nachbarland natürlich von den Flüchtlingsströmen betroffen, da sich seit 2017 viele tausende Rohingya entlang der Grenze drängen, um im Land Einlass zu erhalten. Nun will Bangladesch viele der Flüchtlinge auf einer Insel platzieren, in einer extra angefertigten Siedlung, die Platz für ca. 100'000 Menschen bietet. Umgerechnet wurden dafür etwa 275 Millionen Franken investiert.  Rund um die Siedlung wurden Flutbarrieren errichtet, da die Insel bei Stürmen rasch überschwemmt wird.

Flüchtlingshelfer sind nun skeptisch, ob der Hochwasserschutz wirklich nützt, oder ob dies nur zum Schein ist. Überdies ist Bhasan Char, die Insel, auf der die Siedlung gebaut worden ist, nur in mehr als zwei Stunden vom Festland aus zu erreichen – per Boot. Dies sei aus Sicht der Flüchtlingshelfenden unzumutbar: Die Flüchtlinge sollen auf einer entfernten, von Überflutungen bedrohten Insel abgeschoben und vergessen werden. Für die Rohingya ist der Weg in die Heimat versperrt, weil die Rückkehr lebensgefährlich wäre, und dennoch lehnen viele einen Platz auf der Insel ab. Viele wollen lieber sterben, als aufs Meer hinausziehen.

Wie es nun weitergehen soll, bleibt offen.

(lz/3.11.19)

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