Etwa eine Million Uiguren in Konzentrationslagern (C. Kuhn, 8.12.2019)

In Xinjiang, im Westen von China, leben knapp 10 Millionen Uiguren. Sie sind Muslime. China siedelt immer mehr Han-Chinesen in Xinjiang an (wie in Tibet), um seine Herrschaft zu festigen. Die Uiguren fühlen sich durch den chinesischen Kommunismus unterdrückt und möchten nicht von den Han-Chinesen kolonisiert werden. So kommt es immer wieder zu Konflikten.

Die kommunistische Regierung hat vor einiger Zeit begonnen, einen Überwachungs- und Unterdrückungsstaat einzurichten, den wir uns kaum vorstellen können (in ganz China, nicht nur in Xinjiang):

Überwachung: Überall hat es automatische Kameras. Wer eine Moschee besucht, ist verdächtig. Auf den Handys müssen Kontroll-Apps installiert sein. Wer sein Handy deswegen lange nicht braucht, ist auch verdächtig. Zentrale Computer werten alle solchen Daten aus und erstellen Listen mit verdächtigen Personen. Die Polizisten haben Apps auf ihren Handys, welche diese Listen erhalten.

Unterdrückung: Mittlerweilen sind Hunderte von Straf- und Umerziehungslagern entstanden, vor allem in Xinjiang. Über eine Million Uiguren sind dort verschwunden – ohne Gerichtsverfahren. Bisher hat China diese Lager als Berufsbildungszentren beschönigt. Aber ein Rechercheboard einiger europäischer Tageszeitungen hat erdrückend viele Einzelinformationen zusammengetragen, so dass anscheinend kein Zweifel mehr über diese Unterdrückung bestehen sollte („China Cables“): 

Die Insassen sind in diesen Lagern eingesperrt („es dürfen auf keinen Fall Ausbrüche vorkommen“, verlangte die chinesische Regierung). Sie werden vom Toilettengang bis zum Schlafen überwacht. Stundenlang müssen sie kommunistische Propaganda studieren; sie werden gezwungen, die chinesische Nationalhymne zu singen sowie Lieder, die  den Parteichef, Xi Jinping, verherrlichen. Muslime werden gezwungen, Alkohol zu trinken (was ihnen ihre Religion verbietet). Bilder zeigen Wachttürme, Sicherheitszäune, Patrouillen und Video-Überwachungssysteme. Ehemalige Gefangene sagten aus, dass sie psychischer und teilweise körperlicher Folter ausgesetzt gewesen seien. 

 

Amnesty International, die EU und einige wenige andere Staaten (ohne die Schweiz) protestierten dagegen. China wirft ihnen deshalb „unangemessene Einmischung in die inneren Angelegenheiten“ vor. Da China ein immer wichtigerer Handelspartner wird, haben einige Regierungen Hemmungen, ernsthaft und glaubwürdig zu protestieren.

Links zum Thema: 

Die Originaldokumente (China Cables oder Xinjiang Papers) in chinesischer Schrift

Wikipedia-Artikel über die Umerziehungslager

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