Das Volk von Chile erhebt sich (27.10.2019)

Im südamerikanischen Land Chile kommt es seit Mitte Oktober zu massiven Protesten. Die Bevölkerung wehrt sich gegen ungerechte Behandlung des Präsidenten. Dies führt zu brutalen Aufständen und Demonstrationen, bei denen bis heute (26.10.19) bereits 19 Menschen sterben mussten.

Die stärksten Proteste seit 30 Jahren wurden durch gestiegene Ticketpreise im öffentlichen Verkehr ausgelöst. Die Regierung hat diese Preiserhöhung zwar rasch zurückgenommen und Sozialmassnahmen angekündigt, allerdings konnte sie die Demonstranten damit nicht beruhigen. Es blieb unruhig und gewalttätig: U-Bahn-Stationen wurden zerstört, Supermärkte geplündert und in Brand gesetzt, Strassen gesperrt. 20'000 Soldaten und Polizisten versuchten für Ruhe zu sorgen, was für weitere Proteste sorgte.

Die Ausschreitungen kamen für viele Beobachter überraschend, da Chile eigentlich als eines der stabilsten und wohlhabendsten Länder Südamerikas gilt. Trotzdem sind die Chilenen zornig: tiefe Altersrenten, teure Bildungssysteme, teure Gesundheitssysteme und politische Korruptionsskandale machen die Bevölkerung wütend. Auch die hohen Lebenskosten im Vergleichen zu den tiefen Löhnen verärgern das Volk. Die Hälfte der Chilenen verdienen 550 Franken im Monat, der Mindestlohn liegt bei 408 Franken. Vergleich: In der Schweiz liegt der nicht gesetzlich vorgeschriebene Mindestlohn bei ca. 3200 Franken. Der angestaute Frust entlädt sich nun in Gewalt. Es ist offen, ob der konservative Regierung eine Lösung finden wird, die die Menschen wieder beruhigen und zufriedenstellen kann.

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