Das Meer ertrinkt im Plastik (17.02.2020, gs)

Im Meer gibt es ganze Inseln aus schwimmenden Plastikabfällen. Für die Tiere im Meer ist der Kunststoff verheerend. Sie verwechseln ihn mit Nahrung und können mit vollem Bauch verhungern.

Computer, Stifte, Handys, Kopfhörer, Turnschuhe – kaum ein Gegenstand um uns herum kommt ohne Plastik aus.  Es gibt weiche Kunststoffe und harte, hauchdünne Plastikfolie und robuste Gehäuse. Alle haben jedoch gemeinsam, dass sie künstlich herstellt werden und sehr, sehr lange haltbar sind. Meistens viel länger, als wir den Gegenstand eigentlich benutzen.

Die lange Haltbarkeit ist ein grosses Problem, wenn Plastik nicht richtig entsorgt wird und in die Umwelt gelangt. Dann nämlich zerfällt es nicht wie Holz oder andere natürliche Materialien – sondern es bleibt einfach liegen oder wird in immer kleinere Teile zerrieben. Bis sich eine gewöhnliche Getränkeflasche aus Plastik vollständig aufgelöst hat, dauert es zum Beispiel 450 Jahre.

Teppiche aus Plastik

In den letzten Jahrzehnten haben sich Millionen Tonnen Plastik in der Natur angesammelt. Das meiste davon schwimmt im Meer. Entweder wurde es direkt ins Meer «entsorgt» oder ist von Flüssen dorthin gespült worden. Durch die Strömung haben sich auf den Ozeanen ganze Teppiche aus schwimmenden Plastikabfällen gebildet.

Für die Bewohner der Meere ist das Plastik ein riesiges Problem. Fische und Vögel verwechseln kleine Stücke mit Nahrung, fressen sie, aber können sie nicht verdauen. Immer wieder werden Fische, Wale und Möwen gefunden, deren Mägen zur Hälfte mit Plastik gefüllt sind. Letztes Jahr wurde in den Philippinen ein Wal angespült, der 40 Kilogramm Plastik im Bauch hatte. Das Tier ist verhungert, weil sein Magen kaum noch Platz hatte, Nahrung aufzunehmen.

Viele Fische verfangen sich auch in grösseren Plastikstücken, die im Meer treiben – z.B. in Kabeln oder Plastiksäcken. Sie werden verletzt oder sterben qualvoll.

Verschiedene Umweltorganisationen haben bereits Pläne entwickelt, wie man den Abfall aus dem Meer herausholen könnte. Aber das ist schwierig. Viel Plastik ist bereits auf den Meeresboden abgesunken und beim Aufräumen muss man aufpassen, dass keine Tiere verletzt werden. Am wichtigsten ist es deshalb, zu verhindern, dass noch mehr Plastik ins Meer gelangt.

Weiterführende Links:

Youtube-Video: «So landet Müll im Meer»: https://www.youtube.com/watch?v=_XRaZ4bEC-A

https://www.nzz.ch/wissenschaft/plastik-im-meer-40-kilo-plastikmuell-im-magen-eines-jungen-wals-ld.1468132

https://www.srf.ch/news/schweiz/neue-modellrechnung-wie-viel-plastik-in-der-umwelt-landet

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