Mugabe – der verstorbene Diktator (7.9.2019)

Robert Mugabe war jahrzehntelang ein diktatorischer Machthaber in Simbabwe; auch Zimbabwe. Seine Herrschaft war von Hungersnöten und Menschenrechtsverletzungen geprägt. Weshalb schaffte er es, so lange an der Macht zu bleiben? Wie geht es mit dem Land nun weiter?

Von 1987 bis 2017 regierte Mugabe als Präsident in Simbabwe, seit 2000 offen als Diktator. Historiker seiner Partei führten seinen Stammbaum auf die Könige von Gross-Simbabwe zurück, weshalb er als Präsident stets innerhalb der Mächtigen des Landes akzeptiert und gar als König bezeichnet wurde. Während seiner Zeit als Präsident reduzierte er die Kindersterblichkeit und auch die gesundheitliche Situation der Bevölkerung sowie die Lage der Wirtschaft verbesserten sich. Er wurde über all die Jahre oft kritisiert, von Gegnern verfolgt und mit Morddrohungen und Mordanschlägen zugedeckt. Dennoch oder gerade deswegen regierte er mit strikten Methoden und scheute sich nicht davor, seine Kritiker zu jagen und zu verfolgen. Dies immer auch im Hinblick auf den eigenen Machtanspruch sowie die Zerstörung seiner Gegner und Kritiker. Er wollte und hielt die totale Macht. Dies hielt ihn über 30 Jahre im Amt, trotz heftiger Kritik aus dem Ausland. Dennoch kam es nicht zu ausländischen Interventionen, um den Diktatoren zu stürzen, wie dies etwa im Irak mit Saddam Hussein geschehen ist; einem anderen Diktatoren der Erde. Mugabe vertrat stark konservative Werte und führte unter anderem einen offenen Kampf gegen Homosexuelle, die als unnatürliche Menschen bezeichnet und verfolgt wurden. 2017 trat er mehr oder weniger freiwillig zurück, auch aufgrund eines Militärputsches, nicht jedoch ohne sich absolute Immunität zu sichern.

Das Land leidet heute, trotz neuem Präsidenten, nach wie vor unter einer schwierigen Situation hinsichtlich der Menschenrechte und Pressefreiheit. Hunger, Arbeitslosigkeit, Flucht und Energieknappheit sind im Land weit verbreitet. In der Rangliste des «Happy Planet Index», wo es um die Zufriedenheit und positive Situation der Landesbevölkerung geht, nahm Simbabwe, mit der Hauptstadt Harare, in den Jahren 2006 und 2009 den letzten Platz ein; bis heute hat sich die Situation nicht wirklich verbessert.  

(lz, 09/19)

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