Hong Kong gegen China; oder: David gegen Goliath (20.9.2019)

Hong Kong gehörte bis 1997 zu Grossbritannien und wurde erst danach an China übergeben. Seit jeher gilt Hong Kong als Exot in China, unterscheidet sich zum heutigen Hauptland, was immer wieder zu Konflikten führt. So wie aktuell: täglich demonstrieren Tausende gegen China und die chinesische Polizeigewalt. Ausschreitungen sind an der Tagesordnung.

Der Ursprung der Proteste, die grössten seit 1989 in Peking, haben ihren Ursprung in einem Gesetzesentwurf, der besagt, dass Rechtshilfe für Straftäter überall im Land bearbeitet werden könne. Gegner dieses Gesetzes fürchten, dass Hong Kong ausgehöhlt wird und sich der Regierung von China unterwerfen müsse. Das Rechtssystem von Hong Kong unterscheidet sich zu jenem von China und nun fürchten Kritiker, dass Strafverfolgten der Prozess auch in Festlandchina gemacht werden kann, wo die Gerichte nach chinesischem Recht urteilen. An den Demonstrationen nehmen bis zu einer Million Menschen in Hong Kong teil, was zu einer weltweiten Berichterstattung in den Massenmedien geführt hat. Dies wiederum hat China erzürnt, die ungern den Fokus der internationalen Medien anziehen wollen. Die Polizeigewalt ist ersichtlich, hält sich aber, auf traurigem Niveau zwar, in Grenzen, da grosse militärische Aktionen, zum Beispiel mit Panzern, für grosse internationale Gegenwehr sorgen könnte. Das kommunistische China arbeitet seit Jahren daran, zu einer Weltmacht aufzusteigen und so die USA zu überflügeln. Dies scheint zu gelingen, weshalb gewalttätige Auseinandersetzungen diesem Ziel eher schaden würden. Anfangs September hat die Regierungschefin von China offiziell mitgeteilt, den Gesetzesentwurf zurückgezogen zu haben. Dies entspricht der wichtigsten Forderung der Protestierenden. Die Demonstrationen waren somit vorerst offenbar erfolgreich.

(lz, 09/19)

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